Professional Audio 6/2009 Sennheiser HD 800

"...sehr gut - überragend - Spitzenklasse... "
"... stellt alle Testkandidaten eindeutig in den Schatten..."
"...genügt nicht nur höchsten Monitor-Ansprüchen sondern
selbst für den Mastering-Einsatz - als ernstzunehmende
Alternative zu Elektrostaten - bietet er sich an..."

Audio 5/2009 Sennheiser HD 800

"Chefentwickler Axel Grell begab sich auf die Suche nach einem möglichst resonanzarmen, zugleich pegel- und bassfähigen Treiber, der alle bisherigen dynamischen Sennheisers weit in den Schatten stellen sollte. Das Resultat ist eine für Kopfhörerverhältnisse riesige 56-Millimeter-Membran, die durch eine nicht minder überdimensionierte 40-Millimeter-Schwing­spule angetrieben wird und effektiv als Ring­radiator arbeitet. Eingebettet ist der Monstertreiber in eine ebenfalls neukons­truierte Muschel mit Kunststoff-Rahmen. Das zwischen den Streben sichtbare, an silbernes Nylon erinnernde Gewebe besteht tatsächlich aus hauchdünnen Edelstahlfäden und besitzt eine präzise definierte akustische Filterwirkung."

"Edel auch das wie samtiges Wildleder wirkende Material der Ohrpolster, der Edelstahl-Federbügel mit eingelaserter Seriennummer und die präzisen Steckkontakte für das Kabel, die bei starkem Zug ausrasten und der Leitung dadurch das Überleben sichern."

"Obwohl die Treiberrückseiten nach außen offen sind und auch Umgebungsschall weitgehend ungehindert nach innen dringt, stellt sich beim Aufsetzen des Hörers ein interessanter Effekt ein, der sich noch verstärkt, sobald die ersten Takte Musik erklingen: Die gefühlte Akustik ist staubtrocken, „erinnert an eine schalltote Studiokabine“, wie Kollege Malte Ruhnke treffend bemerkte."

"Was nicht heißen soll, dass der HD-800 dumpf klingt – im Gegenteil: Die vollbesetzte Bigband, die Joni Mitchell begleitet, ließ sich bis in die hintersten Reihen, bis ins letzte Ausklingen der Schagzeugbecken bestaunen, und zwar ohne – im übertragenen Sinne – zusammengekniffene Augen. Vom eingangs erwähnten Geistertenor über entfernt vorbeiheulende Polizeisirenen bei „The Wolves“ von Bon Iver (schon deshalb merkwürdig, weil die Platte in einer Blockhütte in der kanadischen Wildnis aufgenommen sein soll), bis hin zu den schemenhaften Spuren von Stéphane Grappellis Geigennoten, die im Lauf der Produktion von „Wish You Were Here“ vermeintlich vollständig im Synthesizer-Wind untergingen – die Informationen waren einfach da und fielen dem HD-800-Träger ohne jede Anstrengung zu."

"Natürlich kann man mit dem Sennheiser auch jenseits pophistorischer Spurensicherung einfach hervorragend Musik hören. Im Bass tiefreichend und präzise, unbestechlich neutral, perfekt durchhörbar ohne aufdringlich zu wirken, ist der HD-800 die perfekte Kreuzung aus Studio-Akustiklupe und Wohzimmer-Genussmittel."

"Noch ein wichtiger Tipp: Beide Hörer sollten für optimalen Klang an einem möglichst hochwertigen Kopfhörerverstärker betrieben werden."

Testurteil: Überragend, 95 Punkte - High-End-Klasse, Testsieger!

Stereoplay 4/2009 Sennheiser HD 800

Für eine deutliche Qualitätssteigerung benötigte man aber gegenüber den bisher verwendeten Treibern – wie etwa beim stereoplay Highlight HD 650 (7/04) – einen viel größeren. Denn für einen satten und vor allem tiefen Bass braucht auch ein Kopfhörer wie ein Lautsprecher Fläche. Zudem muss ein größerer Wandler, um den gleichen Schalldruck zu erzeugen, weniger Hub vollbringen, was naturgemäß zu geringeren Verzerrungen führt.

Die ersten Versuche mit mehr Fläche waren aber enttäuschend. Trotz einer hervor­ragenden doppelten Folie nahmen die Verzerrungen durch Partialschwingungen über die von Grell akzeptierten Maße zu. Das änderte sich schlagartig, als er das Prinzip des ­Ring­radiators anwendete. Diese Wandlerart, die bisher nur bei Hochtönern zum Zuge kam, hat den Vorteil, an zwei Punkten – außen am Rand sowie innen – fixiert zu sein. ­Dadurch lässt sich die Schwingbewegung durch die 40-Millimeter-Spule besser kontrollieren, was Verzerrungen stark abnehmen ließ. So ist nun Sennheiser stolz, den mit 56 Millimeter größten bei dynamischen Kopfhörern eingesetzten Treiber zu besitzen.

Doch für Perfektionist Grell war der Wandler erst der Anfang. Schließlich wollte er mit dem HD 800 Grenzen beim Kopfhörerklang verschieben. Dazu gehört die berüchtigte Im-Kopf-Ortung. Deshalb optimierte er in vielen Versuchen die Position der Wandler, die nun leicht schräg vor den Ohren stehen, um so dem natürlichen Hören mit den bekannten Reflexionen direkt am Kopf nahe zu kommen.

Besonders störend sind eng am Ohr entstehende Resonan­zen. Deshalb entschied sich Grell, keinen Korb aus Metall zu verwenden, sondern einen aus Kunststoff, der sich deutlich ruhiger verhält. Und selbst der Bügel ist dabei nicht un­beachtet geblieben: Er besteht aus zwei Lagen Federstahl, zwischen denen ein dämpfender Kunststoff sitzt. Bei solcher Feinarbeit verwundert es nicht mehr, dass in der Muschel ein Gewebe aus Edelstahl als akustisches Filter dient. Es lässt sich extrem genau fertigen und besitzt damit konstante akustische Eigenschaften.

...schon bei den ersten Takten Musik nahm er sie mit feinen, sehr offenen Höhen und der für einen Kopfhörer erstaunlich räumlichen Wiedergabe für sich ein. So war der Vergleich zum HD 650 sehr schnell beendet. Der konnte mit gutem Tiefbass und sauberen Höhen noch ansatzweise mithalten, doch der HD 800 positionierte die Instrumente in orchestralen Tutti-Passagen auf einer viel weiteren Bühne. Zudem ließ er feine Geigen­bogenstriche deutlich zarter vernehmen.

Selbst der souveräne Grado GS 1000 (1/07) hatte seine ­liebe Mühe mit dem Neuling. Denn wieder ließ der HD 800 die ­Musiker großzügiger auseinanderrücken und konnte etwa bei Filippo Moscatellos „Dark­room Disco“ (Pagliaccio/Mood Music CD 08) mehr Druck bei der Bassline auf­bauen, dabei diese aber noch sauberer von der Bassdrum trennen und sogar ein wenig mehr Hochtoninformationen vermitteln.

So waren die Tester geneigt, einen Punkt mehr zu geben, was aber dann die Referenz Stax SR 404 Signature mit Versorgungsverstärker SRM 006 T II (9/06, 2180 Euro) durch etwas kraftvolleren Grundton und einen Hauch mehr Souveränität bei komplexen Passagen dann doch verhinderte – wenn auch denkbar knapp.

Dies schmälert den Stellenwert des neuen Sennheiser HD 800 in keinster Weise, weshalb die Tester ihm nicht nur aus tiefster Überzeugung ein stereoplay Highlight verliehen, sondern ihn auch zum Favoriten der Redaktion adelten.

Testurteil: Preis/Leistung - überragend, Stereoplay - Highlight!

Hörerlebnis No. 68 Sennheiser HD 800

Sennheiser HD 800 - Krönung eines Großen

"Die Haptik, sei es die echte Anfassqualität od. die noch zu beschreibenden Detailinnovationen, spricht eine klare Sprache..."

"Vom ersten Moment des Herausnehmens aus der eleganten Verpackung strömt - bevor das Ohr überhaupt erreicht werden kann - Noblesse über Hand Auge und Nervenzellen ins Gehirn. Anhaltend. Nachdrücklich. Bleibend."

"Das akustische Ergebnis, welches Sennheiser´s 800er zu vermitteln in der Lage ist, sucht in der Kopfhörerwelt seines Gleichen. Nicht daß ich eine Einzeldisziplin besonders hervorheben möchte, aber sein sonor fülliger Bass gehört mit zum Besten das ich mit einem Kopfhörer erlebt habe...."

"Nein, die Tiefbasswiedergabe des HD800 hat einfach, nun ja, Punch, Tiefe Transparenz und Fülle...."

"Das Hören mit diesem Kopfhörer findet in riesigem Panorama statt, welches zusätzlich festgenagelt-plaziert ist und sich dabei auf sein außerordentliches Fundament stets verlassen kann. Über dem schnellen, durchhörbaren sowie ultratiefen Bassbereich schwebt eine insgesamt nahezu elektrostatenhaft-ätherische Transparenz..."

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