Stereo 05/2007 Finite Elemente Ceraball Universal

Sie wollen mehr Attacke, Rasanz und Auffächerung im Klangbild? Finites Ceraballs verschaffen Ihnen reichlich davon.

Das Thema Geräteaufstellung ist ein unendliches. Es kursieren zig Theorien, ob man nun hart oder weich, spitz oder stumpf, dämpfend oder stringent an oder abkoppeln soll. Exzellente Wegweiser im Meinungsdschungel sind seit langem die Füße von Finite Elemente aus Bestwig. Wer je gehört hat, welchen enormen Klanggewinn diese aufwändigen Füße dort bringen, der weiß, dass ein gutes Rack erst die halbe Miete ist.

Doch auch direkt unter Geräten und Lautsprechern wirken sie Wunder, und das muss nicht immer ein kleines Vermögen kosten. Die Sauerländer haben nämlich just ihre kleinen "Ceraballs" gründlich überarbeitet. Sie bestehen aus drei insgesamt 55 Gramm schweren Teilen - einem stumpfen Kegel mit kreisrunder Öffnung und dem dazu passenden Gegenstück, dessen Dorn in diese eingeführt wird. Ein Gummiring um den Dorn verhindert den festen Kontakt am Schaft, den ausschließlich eine mittig in einer kleinen Ausbuchtung gelagerte Ceramic-Kugel herstellt. Der Übergang erfolgt also nicht irgendwie, sondern definiert, wobei der Kontaktdruck aufgrund der geringen Auflagefläche hoch ist.

Wir haben die in 4er oder 3er Packs sowie auch einzeln erhältlichen Ceraballs unter Komponenten - dabei die Dreiteiler nicht unter die Originalfüße stellen, sondern unmittelbar mit dem Bodenblech kontaktieren, (Achtung Schraubenköpfe!) sowie Lautsprechern ausprobiert und zum Teil drastische Verbesserungen in punkto Gelöstheit, Dynamik und Schattierungsreichtum erlebt. In Verbindung mit Geräten gewann das Spektrum in jede Richtung an Größe, verdeutlichten sich die Abstände der Musiker und ihre Abgrenzungen, wurden Details und Nuancen in Klangfarben hörbar, die zuvor einfach untergegangen waren.

Man sollte unbedingt etwas experimentieren, an welchen Stellen am Unterboden die Wirkung besonders effektiv ist - einen Ceraball dabei stets in die Nähe des Trafos rücken - und welche Seite nach oben zeigen sollte. Sie haben richtig gelesen, das macht einen Unterschied. Zeigen die flachen Kegel zum Gerät, wird der Grundton ein wenig üppiger, leuchtender dargestellt. Kontaktiert die flache Scheibe mit der Unterseite der Komponente, zeichnet sich die Wiedergabe durch ganz besondere Schnelligkeit und Straffheit aus. Auch Mischungen aus beiden Aufstellvarianten sind natürlich möglich und meistens wohl auch optimal.

Und noch ein Tipp: Lassen Sie sich nach dem Austüfteln der optimalen Zahl und Anordnung der Ceraballs ein wenig Zeit mit Ihrem abschließenden Urteil. Als ob sich Komponente/Box und Füße aneinander gewöhnen, "setzt" sich das System innerhalb von einem oder zwei Tagen, indem Resthelligkeiten verschwinden, der Obertonbereich eine fast sanfte und dabei extrem ausgefächerte Diktion annimmt. Die Abstimmung deshalb von vornherein eher um eine Nuance heller und robuster auslegen.

Durch die mitgelieferten M8 Gewindestangen und die M6 Adapter lassen sich die Ceraballs fest mit den meisten Lautsprechern verschrauben. Im Gegensatz zu den meisten Stahlspikes nehmen sie deren gewisse Härte aus Stimmen und sorgen für eine schlüssigere Ablösung von den Gehäusen und eine homogenere Verbindung von Mitten, Grundton und Bass. Das kann so manches Klangproblem lösen. Bestenfalls zeigen einem die Ceraballs, welch musikalisch brisantes Potenzial in den bislang eher brav als engagiert spielenden Geräten und Boxen steckt. Zeit, sich die Kugel zu geben!

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